Website erstellen lassen: die Checkliste zur Vorbereitung
Tim Rutte
Die meisten Website-Projekte verzögern sich nicht an der Umsetzung. Sie verzögern sich, weil drei Wochen nach dem Start immer noch die Bilder fehlen.
Diese Checkliste sagt dir, was du vorher zusammentragen solltest. Sie sagt dir auch, was du nicht vorbereiten musst. Denn der häufigste Grund, eine Anfrage aufzuschieben, ist ein Irrtum.
Was du nicht vorbereiten musst
Fangen wir damit an, weil es die meisten Projekte blockiert:
Fertige Website-Texte. Du musst keine Texte schreiben. Das ist kein Entgegenkommen, sondern Arbeitsteilung: Texte für eine Website folgen anderen Regeln als eine Unternehmensbroschüre, und wer sein eigenes Angebot jeden Tag erklärt, formuliert es fast nie so, wie ein Fremder es zum ersten Mal lesen muss.
Was ich stattdessen brauche, sind Sachinformationen: was du anbietest, für wen, was es kostet, wie man dich erreicht. Aus Stichpunkten wird ein Text. Aus einem leeren Dokument, das seit sechs Wochen offen ist, wird keiner.
Ein fertiges Konzept. Wie die Seiten aufgebaut werden und in welcher Reihenfolge argumentiert wird, ist Teil der Arbeit, nicht deren Voraussetzung.
Eine Designvorstellung. Hilfreich ist, wenn du zwei, drei Websites nennst können, die dir gefallen. Mehr nicht.
Das brauchst du wirklich
Klarheit über dein Angebot
Kein Dokument, aber eine Meinung. Diese Fragen solltest du beantworten können, und zwar konkreter als „wir machen alles rund um …“:
- Wer ist dein wichtigster Kunde?
- Welches Problem löst du für ihn?
- Was bietest du konkret an?
- Warum sollte er sich für dich entscheiden?
Wenn dir die Antworten schwerfallen: gutes Zeichen, dass du an der richtigen Stelle nachdenken. Genau dafür ist die Mini-Positionierung da, mit der bei mir jedes Projekt beginnt.
Aufwand: eine Stunde nachdenken, keine Vorbereitung nötig.
Deine Leistungen, aufgeschrieben
Eine Liste dessen, was du anbietest, in der Sprache deiner Kunden, nicht in deiner Branchensprache. Dazu, falls vorhanden: Preise oder Preisrahmen, typische Abläufe, Besonderheiten.
Aufwand: 20 Minuten.
Bilder
Der Punkt, an dem es am häufigsten klemmt. Brauchbar sind eigene Fotos deiner Arbeit, deiner Räume, deines Teams. Handyfotos in gutem Licht sind besser als gar keine und meistens besser als Bildagenturmaterial. Man sieht einem Stockfoto an, dass dort nicht dein Betrieb zu sehen ist.
Wenn nichts Verwertbares da ist, sag es früh. Dann klären wir, ob ein Fotograf nötig ist, bevor der Termin zum Engpass wird.
Aufwand: sehr unterschiedlich. Fang damit zuerst an.
Logo und vorhandene Gestaltung
dein Logo möglichst als Vektordatei (.svg, .ai, .eps), sonst als
möglichst großes Bild. Dazu, falls definiert: Deine Farben und Schriften. Wenn
es nichts davon gibt, ist das kein Hindernis.
Aufwand: 10 Minuten Suchen, manchmal eine Anfrage bei dem, der das Logo gemacht hat.
Domain
Hast du schon eine? Dann brauchst du Zugang zu dem Konto, bei dem sie registriert ist. Falls nicht: kein Problem, dann wird eine registriert, auf deinen Namen.
Aufwand: 10 Minuten, manchmal ein Anruf beim alten Dienstleister.
Kontaktdaten und Ansprechpartner
Wie du erreichbar sein willst: E-Mail, Telefon, Adresse, Öffnungszeiten. Wer namentlich auf der Website stehen soll und wer nicht.
Aufwand: 10 Minuten.
Rechtliche Angaben
Impressum und Datenschutzerklärung. Die Inhalte kommen von dir oder deiner Rechtsberatung, eingebaut werden sie von mir. Das ist keine Formalie: Ein fehlerhaftes Impressum ist abmahnfähig, und Website-Dienstleister dürfen keine Rechtsberatung leisten.
Aufwand: abhängig davon, ob du schon etwas hast.
Was der Besucher tun soll
Anrufen? Schreiben? Ein Formular ausfüllen? Vorbeikommen? Eine Website ohne klaren nächsten Schritt ist eine Visitenkarte, kein Vertriebsweg.
Aufwand: 5 Minuten, wenn du es einmal entschieden hast.
Was schon existiert
Alte Website, Flyer, Broschüren, Präsentationen, Fahrzeugbeschriftung. Alles, was schon einmal formuliert wurde, ist ein Anfang, auch wenn es veraltet ist.
Aufwand: 15 Minuten sammeln.
Die kurze Fassung
| Punkt | Nötig | Aufwand |
|---|---|---|
| Klarheit zum Angebot | Meinung, kein Dokument | 1 Stunde |
| Leistungen | Liste in Kundensprache | 20 Minuten |
| Bilder | eigene Fotos | unterschiedlich |
| Logo | möglichst als Vektordatei | 10 Minuten |
| Domain | Zugang oder Neuregistrierung | 10 Minuten |
| Kontaktdaten | vollständig | 10 Minuten |
| Rechtstexte | von dir oder deiner Kanzlei | unterschiedlich |
| Gewünschte Handlung | eine Entscheidung | 5 Minuten |
| Vorhandenes Material | eingesammelt | 15 Minuten |
| Texte | nicht nötig | entfällt |
Warum sich das lohnt
Wer diese Punkte beisammen hat, verkürzt sein Projekt erheblich. Bei mir ist das der Unterschied zwischen einer Woche und drei: Liegt zum Start alles bereit, geht die Website ab sieben Tagen online. In der Regel dauert ein Projekt ein bis drei Wochen. Was häufig die bessere Website ergibt, aber eben länger dauert.
Was in beiden Fällen enthalten ist, steht auf Website erstellen lassen. Wenn du zuerst wissen willst, wie viele Seiten du überhaupt brauchst: Das habe ich hier auseinandergenommen.